Filmkurs 2019

Grundschulkinder aus Höchstadt entdecken die Filmgeschichte:
“Wie die Bilder laufen lernten”
Aus Einzelbildern entsteht ein flüssiger Bewegungsablauf. In einer selbst ausgedachten Spielszene erproben Kinder später die Filmkamera. Erinnerungen auf Film waren jahrzehntelang in Familien bis in die Gegenwart hinein gefragt.

Was der Fränkische Tag nicht gebracht hat, wurde in den Nordbayrischen Nachrichten veröffentlicht. Filmbeitrag der Arbeit mit den Kindern am Ende des Artikels.

Artikel über unser Kinderfilmprojekt vom 06.08.2019
Das Analoge ist die Grundlage des digitalen Filmes
Wie wird eine Abfolge von einzelnen, kurz nacheinander aufgenommenen Fotos zu einem bewegten Film? Fünf Kinder im Alter zwischen 7 und 10 Jahren konnten es in einem Ferienprojekt des Aischtaler Filmtheaters selbst erleben. Zunächst wurde der Unterschied von Kino und TV-Gerät geklärt. Interessant für alle Beteiligten war, wie unterschiedlich der Medienkonsum von Kindern ist. Ein Vater läßt ab und an den alten Super 8-Projektor mit alten Familienfilmen laufen, was die Kinder erfreut – gelebte Erinnerung. Das Digitale ist vergänglich, das Analoge speichert die Erinnerungen seit über 100 Jahren.
Mittels einer praktischen Übung erfolgte die Einführung in das Thema „Trägkeit des Auges“, das einige Kinder bereits aus der Schule kennen. Sie klebten auf einen Bierdeckel, der zwischen zwei Schnüren hing, sowohl das Bild eines Vogels als auch das eines leeren Käfigs. Zwirbelten sie diesen Deckel mittels der Schnüre um eine gedachte Achse, erschien es ihnen, als befinde sich der Vogel im Käfig. Das Gehirn „baut“ aus zwei Bildern eines, die sog. Nachbildwirkung. Die Pioniere des Films – und damit des Kinos – schufen sozusagen für die Nachwelt mit diesen und anderen technischen Kenntnissen die „bewegten Bilder“, die Möglichkeit eines Archivs belebter Geschichte. Die Kinder konnten anhand historischer Geräte den Zusammenhang von Licht, Filmtransport und den Übergang von einzelnen, ruckelnden Bildern zum flüssigen Bewegungsablauf nachvollziehen. Anhand einiger Filmszenen aus der Stummfilmzeit wurden nicht nur Wohnvorstellungen von damals gezeigt, sondern auch so mancher Filmtrick demonstriert.
Das soziale Lernen wurde anhand der filmerischen Umsetzung einer von den Kindern entwickleten Alltagsszene, die viele von uns kennen, weitergeführt. Gefilmt wurde sowohl mit Super8-Film als auch auf Video. Wer kennt es nicht? Kinder sind miteinander befreundet, spielen Verstecken und nun muß das normalerweise flüssige Spiel in einzelne Szenen aufgeteilt werden. Wer stand wo, wer muß sich an seinen Standort erinnern und abwarten, bis die anderen ihre Szene beendet haben? Im Miteinander erleben Kinder verschiedenen Alters, wie man Platz haben muß für den Nächsten – das ist in der Tat Friedensarbeit. Die Ergebnisse dieses Morgens werden demnächst allen Interessierten zugänglich gemacht.
Ulrike und Werner Schramm

Film starten: Rechte Mausetaste Steuerung