Friedensperfomace

Die Künstlerperformance 2009  „Sagt NEIN zum Krieg – Sagt JA zum Frieden“ in Höchstadt/Aisch endete mit einer Versteigerung. Die Höchstadter Bürgerin, die es schlußendlich ersteigerte,  wird nach der endgültigen Fertigstellung im Atelier von Thomas Richter das Kunstwerk der Stadt Höchstadt übergeben. Einen würdigen Platz für das Kunstwerk wünscht sie sich in der Kulturfabrik.
Die Musiker Andreas Hönsch und Olver Dannhauser verbanden während der Performance die verschiedenen textlichen Darlegungen.
Manfred Diepold von der Deutschen Friedensgesellschaft zitierte aus Berta von Suttner, ihrer Begründerin, u.a.: „Eine ernstere Aufgabe gibt es nicht für uns als diese: brechen wir mit einer Politik, die nichts anderes ist als fortgesetzter Krieg.“ Und Vertreterinnen des Frauengesprächskreises Höchstadt trugen aus Wolfgang Borcherts 1947 verfaßtem Text: „Sag Nein!“ vor: „Mütter in allen Erdteilen, Mütter in der Welt, wenn sie morgen befehlen, ihr sollt Kinder gebären, Krankenschwestern für Kriegslazarette und neue Soldaten für neue Schlachten, Mütter in der Welt, dann gibt es nur eins: Sagt NEIN! Mütter, sagt NEIN!“

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Max Brehm, erster gewählter Bürgermeister von Höchstadt nach 1945 und Flüchtlingskommissar, schrieb seinerzeit: „Haben wir nicht durch den ersten Weltkrieg unsere Väter verloren? Standen wir nicht selbst im zweiten Weltkrieg draußen? Sind die furchtbaren Opfer unseres Volkes noch zu gering? Kann unsere Generation nicht endlich Frieden und Lebensglück verlangen? Wer darf nach solchen Erfahrungen das Recht einer Mitgestaltung des Staates verwehren? Die Regierung geht doch vom Volke aus!“ Carolin Haupt trug die Gedanken eines Grundschülers aus 2003 vor: „Wenn ich die König der Welt wäre, dann dürfte kein Kind hungern, dann würde ich Maschinengewehre abschaffen, dann darf keiner mehr gefoltert werden, dann dürfen keine Bomben mehr gebaut werden, dann werden alle Soldaten wieder zu normalen Menschen gemacht, dann werden alle Kriegsmaschinen abgeschafft, dann würde ich alle kaputten Häuser wieder aufbauen!
Geschlossen wurde mit einem Auszug einer Rede von Papst Paul II.: „Der Friede und das Völkerrecht sind eng miteinander verbunden: das Recht begünstigt den Frieden.“ Die Mehrheit der deutschen Bevölkerung möchte weder Kampfeinsätze noch Krieg und die Zuschauer der Performance signaliserten breite Zustimmung. Denn: Tatsache bleibt, daß die sogenannten „friedenserzwingenden Maßnahmen“ des Westens etwa im Irak (eine Million Tote, vier Millionen Flüchtlinge!) und in Afghanistan in den betroffenen Ländern nur Unterdrückung, Hunger, Zerstörung, radioaktive Verseuchung, verminte Felder und unermeßliches Leid hinterlassen haben. Wie lange wollen wir das noch dulden?