Halloween - Kirchenevent

Halloween und die Kirchen
Entwertung unseres christlichen Wertefundamentes mit Liebesgrüßen aus Gütersloh
?

Wozu sollen sich (junge) Menschen an zerstörte Gesichter wie im Krieg gewöhnen, lernen, Hexereien im kindlichen Erleben mit göttlichem Wirken auf eine Stufe zu stellen? Reformationstag als „Partyvergnügen“, Allerheiligen demnächst als „Event“?

Protestantismus hat auch etwas mit Protest zu tun, und der ist dringend angesagt. Seit Mitte der 50er Jahre laufen Bestrebungen, unsere tradionellen kulturellen Bindungen zugunsten des US-amerikanischen Marktradikalismus als „American Way of Life“ in den Gemütern der jungen Generationen auszutauschen und zu verankern. Die sog. „Horror-Clowns“ sind dabei nur das Symptom einer gelungenen Auflösung des einstmals in Deutschland breiten deutlichen Anti-Gewaltkonsenses, zu dem auch die klare Ablehnung einer aggressiven, Krieg akzeptierenden Außenpolitik gehörte. 1994 wurde eine Kampagne aus der Spielwarenindustrie heraus gestartet, die mit Hiltfe von „Halloween“ die weitere Amerikanisierung unsere Gesellschaft vorantreiben konnte. Die deutliche Drohung an die Erwachsenen „Gib Süßes- sonst gibt es Saures“ verweist auf die gelungene Umerziehung in unserer Gesellschaft: Gewaltausübung durch Mobbing, Vandalismus  etc. wird nicht nur mittels privater Fernsehprogramme als „Spaß“faktor angeleitet. Die gesteuerte Transformation unserer Wertegrundlagen hin zu einem scheint als Relativierung, Beliebigkeit auch in Kirche angekommen zu sein. Das stromlinienförmige Buhlen um die Gunst der jungen Generation läßt dabei Kirche zunehmend zur schreierischen Marketingorganisation verkommen, die in „Konkurrenz“ mit den quietschbunten massenmedialen Angeboten treten soll. Der Kniefall vor dem „Wettbewerbsstreben“ löst Identifikationen auf, führt Kirche so in die wachsende Bedeutungslosigkeit hin zu einem multikultuellen Allerlei. Tragende (Werte)Fundamente unserer christlichen Kultur, wie sie in Festen erfahrbar sind, sind längst einer Umerziehung zum Opfer gefallen: St. Martin wird zum Sonne-Mond-und-Sterne-Fest, ein „Weihnachtsmarkt“ andernorts behördenseits in „Winterfest“ umbenannt. Und hat die Die EU-Kommission nicht seinerzeit drei Millionen Schülerkalender drucken lassen, in denen weder Weihnachten, noch Ostern vermerkt sind?
Holen wir die im Hintergrund wirkende Agenda hervor, sofern sie von solchen Beratungsfirmen wie etwa dem Bertelsmannkonzern (der auch die EKD „berät“), mit ihrem „Religionsmonitor“ gelenkt wird. Bemerkenswert sind die Zusammenhänge, in denen die Bertelsmann-Stiftung die Rolle von Religion betont. Alle Weltreligionen werden, so Matthias Burchardt,  „an einem einzigen kulturgebundenen(!) Maßstab gemessen und damit deren Vielfalt und Inkommensurabilitäten (Unvergleichbarkeiten) eingedampft“. Im Kern des Monitors tickt ein totalitär verordneter funktionalistischer Religionsbegriff: Religion erscheint im Fokus des Monitors als bloßes „Sozialkapital“, also eine globale Quelle des Zusammenhalts, welche zur Aufrechterhaltung sozialer und individueller Funktionalität „unternehmerisch“ bewirtschaftet werden muss. Dabei ist gerade infolge der von Bertelsmann mitinspirierten neoliberalen „Reformen“ mit gnadenlosem Wettbewerb der soziale Zusammenhalt durch grassierende Armut und das Wegbrechen der Mittelschicht auch in Deutschland labiler geworden.  Bertelsmann erscheint dabei als sog. „Reformmotor“ in die wesentlichen informellen internationalen und transatlantischen Machtzirkel eingebunden. „RTL“ und „Stern“ können dabei als „Flaggschiffe“ der Propaganda hin zum Verlust – auch unserer - kulturellem Identität bezeichnet werden. Deutlichen Widerstand gegen die Ökonomisierung der Kirchen bzw. von Umformungsprozessen hin zu einem marktgerechten (Unterhaltungs)Konzern mit angehängtem Glauben gibt es etwa auch auf Pfarrerverband.de oder auf Kirchenbunt.de..