Kinder und Film

Das Analoge ist die Grundlage des digitalen Filmes - Ein Ferienprojekt

Wie wird eine Abfolge von einzelnen, kurz nacheinander aufgenommenen Fotos zu einem bewegten Film? Fünf Kinder im Alter zwischen 7 und 10 Jahren konnten es in einem Ferienprojekt des Aischtaler Filmtheaters selbst erleben. Zunächst wurde der Unterschied von Kino und TV-Gerät geklärt. Erstaunlich für alle Beteiligten war, daß es auch Kinder gibt, die ohne Fernseher aufwachsen. Und dabei auch ohne „Berieselung“ sehr zufrieden wirken.
Gezeigt wurde ihnen der mühsame Erfinderweg von Reihenfotos über die mechanischen Lösungen des Filmtransports hin zum bewegten Bild auf der Kinoleinwand. Dabei wird das Auge sozusagen überlistet: Durch einen ausgeklügelten Wechsel von Bild und Dunkelschaltpause zum nächsten Bild wird die Illusion einer fließenden Bewegung erzeugt.

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Mittels einer praktischen Übung erfolgte die Einführung in das Thema „Trägkeit des Auges“, das einige Kinder bereits aus der Schule kennen. Sie klebten auf einen Bierdeckel, der zwischen zwei Schnüren hing, sowohl das Bild eines Vogels als auch das eines leeren Käfigs. Zwirbelten sie diesen Deckel mittels der Schnüre um eine gedachte Achse, erschien es ihnen, als befinde sich der Vogel im Käfig. Das Gehirn „baut“ aus zwei Bildern eines. Durch die Trägheit des Auges und die sogenannte „Nachbildwirkung“ entsteht der Eindruck, daß sich der Vogel im Käfig befindet.
Die Pioniere des Films – und damit des Kinos – schufen sozusagen für die Nachwelt mit diesen und anderen technischen Kenntnissen die „bewegten Bilder“, die Möglichkeit eines Archivs belebter Geschichte. Die Kinder konnten anhand historischer Geräte den Zusammenhang von Licht, Filmtransport und den Übergang von einzelnen, ruckelnden Bildern zum flüssigen Bewegungsablauf nachvollziehen. Anhand einiger Filmausschitte aus der Stummfilmzeit wurden nicht nur Wohnvorstellungen von damals gezeigt, sondern auch so mancher Filmtrick demonstriert.
Die ersten kurzen Filmstreifen liefen auf Jahrmärkten, später in den ersten Kinos auch mit Musikuntermahlung. Sowohl die Kamera als auch der Projektor liefen zunächst mit einer Handkurbel, später mit Motorantrieb. Der Projektleiter konnte den Schülern anhand eines Originalprojektors aus der Zeit Anfang des 20. Jahrhunderts die grundlegenden Funktionen der Filmprojektion zeigen.
Die soziale Lernen wurde anhand der filmerischen Umsetzung verschiendener Alltagsszenen, wie sie viele von uns kennen, weitergeführt. Gefilmt wurde sowohl in Super8-Film als auch Video. Wer kennt es nicht? Zwei Kinder sind miteinander befreundet, ein anderes Kind kommt hinzu und möchte auch mitspielen. Zunächst erfolgt eine Abwehr durch die bereits Spielenden. Seitens Erwachsener oder standhafter Freunde wird das ausgeschlossene Kind ermutigt, nicht aufzugeben und bei seinem Wunsch zu bleiben. Die Abwehr schmilzt dahin und aus möglicher Gegnerschaft wird ein Miteinander. Platz haben für den Nächsten ist in der Tat Friedensarbeit. Die Ergebnisse dieses Morgens werden demnächst allen Interessierten zugänglich gemacht.