Kindersoldaten

 

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AliJuergenGanz

Veranstaltungsreihe zum Thema Afrika
„Wir in dieser einen Welt“ in Höchstadt/Aisch, März 2006
Das Aischtaler Filmtheater Höchstadt zeigte in Zusammenarbeit mit Caritas-International und den Lamm-Lichtspielen Erlangen zunächst den Film „Lost Children“ (Kindersoldaten). Dazu heißt es im Untertitel „Kann man von Frieden träumen, wenn man nur den Krieg kennt?“ Der Regisseur Ali Samadi Ahadi konnte zwar bei der Veranstaltung in den Lamm-Lichtspielen Erlangen nicht jedoch in Höchstadt anwesend sein. Caritas-International hat umfangsreiches Begleit- und Unterrichtsmaterial zum Film erstellt.
Im Begleittext zum Film heißt es: Schon im Grundschulalter, wenn anderswo ihre Altersgenossen als Cowboys den Spielzeugcolt ziehen, sind Kampf und Krieg für weltweit 300.000 Kindersoldaten grausame Realität. Allein im Norden Ugandas sind bislang rund 20.000 Jungen und Mädchen entführt und in den Krieg gezwungen worden. Um diesen Kindern einen Weg zurück ins Leben zu ermöglichen, finanziert Caritas international seit 2002 ein Auffangzentrum, in dem Sozialarbeiter der Caritas Uganda sich mitten im Bürgerkriegsgebiet um die Kinder kümmern. Vier dieser Kinder, denen die Flucht aus den Buschlagern der „Rebellen“ gelungen war, haben die Filmemacher Ali Samadi Ahadi und Oliver Stoltz mehrere Monate lang bei der schwierigen Wiedereingliederung in ihre Clangesellschaft begleitet.

Filmsynopsis
LOST CHILDREN
Es ist der längste Krieg Afrikas: Seit fast 20 Jahren findet unter den Augen der Weltöffentlichkeit im Norden Ugandas ein unvorstellbares, systematisches Morden statt. Die Mitglieder der fanatisch-religiösen LORD´S RESISTANCE ARMY (LRA) entführen Kinder aus ihren Dörfern und zwingen sie zum Töten, auch ihrer eigenen Familienangehörigen. Opfer werden zu Tätern gemacht und dem ugandischen Volk werden über Generationen hinweg Lebensgrundlage und Zukunft genommen.
Die Regisseure Ali Samadi Ahadi und Oliver Stoltz verbrachten mehrere Monate in diesem Kriegsgebiet. Ausgangspunkt ihrer filmischen Arbeit ist ein so genanntes Auffanglager in Norduganda, in dem die Kinder Zuflucht finden, denen es gelungen ist, den Buschlagern der „Rebellen“ zu entkommen. Dieses Lager wird von der Caritas Gulu, einer lokalen Hilfsorganisation der katholischen Kirche, die von Stammesangehörigen der Acholis geleitet wird, betrieben und liegt in Pajule, 40 km von der sudanesischen Grenze entfernt. Pajule ist eine Siedlung im Rebellengebiet, die – von Regierungstruppen schlecht bewacht – häufig von Anschlägen der LRA- Milizen heimgesucht wird. Der Ort befindet sich somit direkt im Kampfgebiet und ist lediglich mit dem Jeep über eine Straße zu erreichen, die täglich nur für wenige Stunden unter großem Risiko passierbar ist.
Die Regisseure begleiten die Kinder nach ihrer Flucht bei der schwierigen Wiedereingliederung in ihre Clansgesellschaft. Sie verfolgen die mühsame Arbeit der Sozialarbeiter im Lager, die darin besteht, den Kindern eine erste Anlaufstelle zu bieten, sie bei der Verarbeitung ihrer Traumata zu unterstützen und ihnen nach Möglichkeit wieder eine Lebensperspektive zu eröffnen.
Der Film stellt die Situation der Kinder in den Mittelpunkt, die von nun an mit dem Stigma „Kindersoldat“ leben müssen. LOST CHILDREN ist das eindringliche und sensible Porträt der ehemaligen „Kindersoldaten“ Francis, Jennifer, Kilama und Opio, die der Hölle der Rebellenlager entkommen konnten und nur Eines wollen: ein Stück Normalität.