Programmkino macht dicht

Genug ist genug - Wir haben geschlossen (vorläufig)

Mit der Tragikomödie „Das perfekte Geheimnis“ schloß das Aischtaler Filmtheater seine bisherige, erfolgreiche Filmbetriebsstelle. The Last Picture Show war wieder einmal gut besucht und Anwesende bedankten sich am Ende mit einem Applaus auch für das langjährig gut ausgewählte Filmangebot, aber auch für die vielen interessanten Gespräche. Ein Stammgast hatte sich schon länger auf Facebook verewigt: „Ausgewählte und niveauvolle Filme, tolles Ambiente“. Es war berührend, wie etliche zum Abschied ein Echo gaben, verbunden mit der Hoffnung, an anderer Stelle wieder so ein Kulturangebot unsererseits ermöglicht zu bekommen. Wir empfanden deutlich, daß die Stimmungsmache gegen uns als „Agitatoren“ (Aufrührer), wie es Bürgermeister Brehm ausdrückte, aber auch aus seinem Umfeld nicht auf fruchtbaren Boden gefallen war. Auch wenn sich manche, wie wir anderswo hörten, nicht mehr getraut hatten, offen für uns einzustehen, so gab es in letzter Zeit schon immer wieder einmal ermutigende Stellungnahmen dazu, daß wir mit unseren Aktivitäten gegen den Krieg und für Völkerverständigung nicht kapituliert haben.
Werner Schramm wies vor allem - auch als ehemaliger Lehrer - vor dem Hintergrund der tragischen Vorkommnisse „Schüler schlagen Erstklässler krankenhausreif“ (NN 26.02.2020) (wobei offensichtlich durch die Schulleitung mit der Verschleierung der Täter und damit einhergehender Tolerierung der Gewalt) mit Betroffenheit darauf hin: Eine Stadtregierung, die, wie auch in Höchstadt, Jugendarbeit so versteht, daß sie mit dem Jugendzentrum für Jugendliche eine Präsentation von Orgien der (Unterhaltungs)Gewalt, wie in Tomb Raider (Grabräuber ) gezeigt, ermöglicht, setzt damit auch ein fatales Zeichen für die Zukunft unserer schönen Stadt. Wenn erwachsene Vorbilder  (hier Stadträte), damit signalisieren, daß ein gewalttätiger Umgang offensichtlich  eine akzeptable Größe ist und solche Filme wie eine Art Schulung durch Gewaltpropaganda wirken können, so wird es dringend Zeit für einen Wechsel hin zu verantwortungsbewußter, grundwerteschützender Politik.

Unsere Kinder sind ein wertvolles Gut, das einer renditeorientierten Eventgesellschaft nicht zu opfern ist. Das Publikum im Kino zeigte Verständnis für unsere Empörung darüber, daß nun das Opfer aus seinem Umfeld gerissen werden und die Schule wechseln soll. Statistisch gesehen haben etwa ein Drittel der Schüler Angst vor Gewalt, Mobbing und Ausgrenzung! (https://www.tagesschau.de/inland/aengste-der-kinder-101.html)

KinoEnde1a kl1jpg