Programmkino

Das Aischtaler Filmtheater Höchstadt – Ein Beitrag zum Gemeinwohl
Statt zu versuchen, uns städtischerseits abzuschießen,
wäre eine Würdigung angesagt

Leserbriefe:
Leuchtturm im Einheitsbrei - Stets gesprächsoffen
Der Steuerzahler wird zur Bespaßung der Bürger bluten
Zerstörung der Filmkultur durch kostenlose Filmangebote der Stadt
Verträge sollte man rechtzeitig lesen

Programmkinos sind immer auch politisch. Ähnlich hat das auch z.B. Michael Lerchenberg für das Theater formuliert. Grundsätzlich gilt das übrigens selbst auch für einen Tatort. Wenn Politiker und andere hingegen von “schönen” Filmen sprechen, die sie sehen wollen, müssen sie etwas anderes meinen. Denn: Wer leichte und bekömmliche Unterhaltungskost bevorzugt, dem kann und soll in Deutschland auch geholfen werden. 

Unser Programm war und ist immer darauf ausgerichtet, mehr soziale Verbundenheit zu befördern (Siehe Ausführungen zur Filmauswahl in: “Das Aischtaler Filmtheater Höchstadt – Ein Beitrag zum Gemeinwohl”). Uns lassen im Gegensatz zu manchen Mitbürgern, die eher dem US-amerikanischen “freien Marktmodell” (bei rund 50 Millionen in Armut und Not Lebenden) zuneigen ,  die Lebensumstände unserer Mitmenschen (bei rund 8 Millionen sog. “Sozialschwachen”) nicht kalt. Wenn jemand darauf besteht, auch im Winter Erdbeeren zu essen, obwohl es bekanntermaßen in den Erzeugerländern auch Umweltprobleme mit sich bringt, mag er seine “Marktmacht” ausleben.  Wir brauchen und wollen das nicht. Politisch sein im Sinne der sozialen Mitverantwortung heißt für uns allerdings auch, daß wir keinen parteipolitischen Zielen dienen.

Niemand mußte bislang/muß auf einen Kinobesuch bei uns verzichten. Wir hatten und haben immer sozialverträgliche  Lösungen - egal ob für Behinderte, Schüler oder Hartz-4-Empfänger.

Grundsätzlich folgt unsere Grundhaltung bei der Gestaltung des Filmprogramms dem personalen Menschenbild unserer Verfassung. Ähnlich hat das auch z.B. Michael Lerchenberg für das Theater formuliert. Die politischen Anregungen ergeben sich auch aus den Filmthemen und/oder aktuellen Fragestellungen heraus. Manche Besucher mögen andere Positionen bzw. Meinungen haben als die von uns präsentierten. Warum soll unsere politische Einstellung gegenüber der von diesen mitgebrachten und vertretenen abzuwerten sein?
Von daher laden wir alle Besucher auch weiterhin herzlich ein, die von uns gezeigten Filme als Anregungen aufzugreifen und mit uns ins Gespräch zu kommen. Dabei steht es jedem frei, sich die sachkundig vorbereiteten und bemühten Einführungen zu den Spiel– und Dokumentarfilmen anzuhören. Wer es nicht hören will, macht eben für einige Minuten die Ohren zu. Auch nach dem Film trifft jeder, der möchte, auf ein offenes Ohr für ein Gespräch. Diese – manchmal auch kontrovers geführte – Gesprächskultur ist gelebte Demokratie und findet seit Jahren bei uns so statt. Viele Besucher schätzen diese Offenheit jenseits des parteipolitischen Mainstreams. Natürlich können wir nicht das ganze Spektrum interessanter, aktueller Filme zeigen, aber dafür gibt es auch die Lamm Lichtspiele Erlangen oder das Odeon/Lichtspiel Bamberg, mit denen wir seit Jahren erfolgreich zusammenarbeiten.
Von daher haben wir uns bislang selbstverständlich - und werden dies auch weiterhin tun - auch gegen Uranwaffen, Krieg und sowohl ökonomischen als auch ökologischen Raubbau engagiert. So haben wir zuletzt beispielsweise die Kampagne von  “Bergwerk Peru - Reichtum geht, Armut bleibt” gegen den skandalösen Raubbau der Goldproduktion in diesem Land unterstützt. Unsere peruanischen Gäste haben es uns gedankt.

los rostros desaparecidos 2kl1“TITICACA und die verschwundenen Gesichter”
Ein Film von Heeder Soto

Der Film „Titicaca und die verschwundenen Gesichter“ des peruanischen Filmemachers Heeder Soto handelt von den sozialen Konflikten in der peruanischen Region Puno am Titicacasee sowie auf der bolivianischen Seite des Sees, ihren Ursachen und Konsequenzen. Er verdeutlicht anhand von Zeitzeugenberichten, wie es zu Menschenhandel kommt, wie Flüsse durch Bergbau tot und vergiftet werden und welche Krankheiten Menschen und Tiere haben. In einem Schwenk nach Deutschland nimmt der Film in Interviews mit deutschen Aktivist/innen Bezug zum Widerstand gegen den Braunkohleabbau.

Der Film “tourt” wieder im kommenden Frühjahr durch die Kinos.


PeruVeranst1
v.l. Werner Schramm, Freddy Lorenzo und Santos Aguilar, die ein Wiederaufforstungsprojekt in Peru unterstützen, Hans Meister, Herzogenaurach, Vorsitzender des Förderkreises Cajamarca