Rettet die Bienen

„Rettet die Bienen“
Veranstaltung im Aischtaler Filmtheater

Bienen 2akl1

 

In einer gemeinsamen Veranstaltung, von Bund Naturschutz und Aischtaler Filmtheater zur Kampagne „Rettet die Bienen“, hielt Alfons Zimmermann auf Initiative von Christoph Reuß einen bewegenden Vortrag. Eingeordnet wurde die Bedrohung unser aller Ernährungssicherheit in das seit Jahren beobachtbare gravierende Insektensterben, was durch eine Vielzahl an Studien belegbar ist. Ob in der Landwirtschaft oder auch der Gartennutzung verengen sich für Insekten, zu denen auch die Bienen gehören, zunehmend die Lebensräume. Insekten haben vielfältige Aufgaben; fallen jene weg, fehlen sie - etwa für Vögel - in der Nahrungskette.

Gründe hierfür sind zum einen im zunehmend stärkeren Austrag von chemischen Substanzen zur „Unkraut“vernichtung, aber auch im Flächenfraß für Straßenbau, Wohn- und Industrieansiedlungen sowie Einkaufszentren zu suchen. Die Herausnahme von Flächen  aus der landwirtschaftlichen Produktion bedeutet einen weiteren Rückgang regionaler Versorgung. Es gibt kein unbegrenztes Wachstum. Das Artensterben bei uns ist, ergänzend hierzu, ein Indikator für weitere Verödungstendenzen, wie sie bereits vielerorts vorfindlich sind. So speziell in USA durch die industriemäßigen Monokulturen.

Zu viele kleine und mittlere landwirtschaftliche Betriebe müssen schließen, weil sie zu wenig und falsche Förderungen bekommen. Ein Betrieb lohnt sich nur dann, wenn er immer weiter wächst. Das ist der falsche Weg. Der Artenschutz und die Unterstützung der kleinräumigen, bäuerlichen Landwirtschaft sind eng miteinander gekoppelt. Auch deshalb erscheint das Volksbegehren „Rettet die Bienen“ (rettet die Artenvielfalt) erforderlich.

Wie in der Diskussion deutlich wurde, trifft die Landwirte beim Austrag von Pestiziden – in welchem Umfang auch immer – kein Vorwurf, ist es doch gerade die EU, die durch die Förderung eines grenzüberschreitenden, gnadenlosen Wettbewerbs zu immer mehr Wachstum beiträgt. Der EU-subventionierte Export von Nahrungsmitteln etwa nach Afrika schädigt dabei dortige Märkte und belastet hierzulande eine nachhaltige Produktion gesunder Nahrung. Die zahlreichen Lebensmittelskandale sind Ausdruck der für Landwirte bedrängenden Entwicklung. Von daher ist eine Herausnahme der Landwirschaft aus dem Freihandel – wie in den 50er Jahren bei uns und in der Schweiz noch üblich - eine berechtigte Forderung.

„Stirbt die Biene, stirbt der Mensch“. Herr Zimmermann demonstrierte am Beispiel einer leeren Verkaufstheke, was an für uns an „normalen“ Lebensmitteln verschwinden würden, wenn durch Bienen nicht mehr ausreichend bestäubt werden könnte. Es kam der Verdacht auf, ob durch die Öffnung der Märkte auf der einen Seite, neben einem „Einzug“ zunehmend fremder Pflanzen- (Neophyten)  und Tierarten  – wie etwa der Killerbiene - eine Konzentration der Bevölkerung in die Städte einerseits und andererseits der Niedergang der Landwirtschaft bei uns erzwungen werden soll. 

Hingegen macht es die Schweiz uns vor: Eine überwältigende Mehrheit der Schweizer Bevölkerung unterstützte die Verankerung der Ernährungssicherheit in der Verfassung und damit auch die Versorgung über die einheimische Landwirtschaft. Damit erhält die Politik den klaren Auftrag das Kulturland besser zu schützen und die Weichen so zu stellen, daß nachhaltig produzierende Familienbetriebe ausreichend Einkommen erzielen können.